Die Existenz natürlicher Klimaschwankungen und die Möglichkeit eines menschlichen Einflusses schließen sich nicht gegenseitig aus.
Die historischen und geologischen Befunde legen jedoch nahe, dass das Klimasystem komplexer ist, als es viele politische Botschaften vermitteln. Wer auf Doggerland, Beringia, El Niño, alte Wälder unter dem Eis oder die Rolle der Sonne verweist, leugnet nicht zwangsläufig den Klimawandel. Er erinnert vielmehr daran, dass wissenschaftliche Erkenntnis von Differenzierung und Offenheit lebt.
Die eigentliche Herausforderung könnte deshalb darin bestehen, zwischen wissenschaftlicher Unsicherheit, politischer Interessenlage und medialer Zuspitzung zu unterscheiden – und gleichzeitig eine Gesellschaft zu schaffen, die sich gegen Klimaextreme schützen kann, unabhängig davon, welche Ursachen im Einzelfall überwiegen.