Der Niedergang der CDU nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt war mehr als nur eine krachende Niederlage für die CDU um ihren Kanzler Friedrich Merz. Viele haben es vielleicht noch gar nicht mitbekommen, aber die CDU hat damit ihren unausweichlichen Niedergang besiegelt. Und wir alle werden gerade Zeugen, wie ein Koloss der Politik zu Boden geht. Es dauert halt nur sehr lange und erfolgt in Zeitlupe. Es erinnert eigentlich sehr stark an den legendären ‚‚Rumble in the Jungle” zwischen Muhammad Ali und George Foreman. Genau wie damals bei ‚‚Big George” scheint auch heute niemand mit einem Niederschlag der großen CDU zu rechnen – und doch passiert es.
Die CDU ist müde und verliert ihre politische Kraft
Genau wie damals George Foreman in Runde 8 ist die CDU müde – müde von einer Politik, die die SPD bestimmt und die zu parteiinternen Reibereien führt. An der Basis hat man genug von der linken Politik, der auf höherer CDU-Ebene gefrönt wird. Man erinnere sich an die 10T€-Spende eines CDU Bürgermeisters vor der Wahl an die AfD um Ulrich Siegmund. Sie versucht ein paar Befreiungsschläge, doch Kraft und Präzision fehlen. Genau da kommt eine Kombination des Gegners, die nicht einmal richtig trifft, aber Foreman bzw. die CDU leicht wankend in die Seile gehen lässt.
Kraftlos. Orientierungslos. Gezeichnet.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als politischer Wirkungstreffer
Dies ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Es ist genau jener Moment, in dem Ali seinem Kontrahenten kurz in die Augen sah und wusste, dass dieser gleich zu Boden geht – der legendäre K.o. in Zeitlupe in Kinshasa.
Und genau jenen Moment erleben wir mit der CDU genau jetzt. Man muss ihr nur tief in die Augen schauen: Sie hat nichts mehr zu bieten, hat sich an ihren Gegnern vergebens und mit der vollkommen falschen Taktik abgearbeitet, nur um jetzt erschöpft in den Seilen zu hängen. Foreman wollte damals die Federwirkung der Seile nutzen, um wieder mit Schwung auf Ali zuzugehen, doch dieser stand schon mit einer weiteren Kombination bereit um Foreman weiter zu schwächen.
Warum die CDU aus der Wahlniederlage nichts gelernt hat
Es war genau jenes Anrennen, welches Foreman in diese Situation gebracht hat. Und genau diese Reaktion zeigt nun auch wieder die CDU in den ersten Tagen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Einsicht, Erkenntnis, Änderungen – keine Spur! Man rennt mit dem gewohnten Schema weiter an. Die nächsten Wirkungstreffer sind mit den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern daher schon vorprogrammiert. Denn die ersten Reaktionen auf die Wahl in Sachsen-Anhalt zeigen, dass man nichts gelernt hat. Der Tenor nach außen, sicher auch stark aus Berlin getrieben, ist ein klares ‚‚Weiter so” und Schulze muss das liefern.
Brandmauer und Friedrich Merz: Die CDU verschärft ihre Krise
So bekräftigte man mehr denn je an der Brandmauer (nach rechts) festhalten zu wollen. Friedrich Merz machte sogar einzelne Personen direkt für die Wahlschlappe verantwortlich. Auch dies dürfte sicher nicht zu einer Steigerung der internen Formkurve der CDU beigetragen haben und wirkt nach außen schon fast verzweifelt.
Die nächsten Wahlen werden daher genau die Wirkungstreffer, die einst auch Foreman kassieren musste, als er aus den Seilen zurückkam.
Vielleicht werden diese Wahlen sogar noch verheerender. So panisch, wie es derzeit in der CDU zugeht, sollte es nicht verwundern.
Friedrich Merz und die Frage nach dem politischen K.o. der CDU
Die Frage ist dann eigentlich nur noch, was der Treffer für den finalen K.o. der CDU sein wird und wann dies passiert. Jener Treffer, der Foreman mitten im Gesicht traf und seinen Kopf gut sichtbar nach hinten durchdrückte.
Es wird sicher nicht so schnell passieren – wir erleben ja gerade einen Niederschlag in Zeitlupe. Aber es wird passieren, denn egal, was die CDU auch macht, sie wird in ihrer jetztigen Position immer verlieren.
So kann sich Friedrich Merz z.B. auch weiter behaupten und Kanzler bis zur nächsten Bundestagswahl bleiben. Dann wird die CDU nichts ändern und wahrscheinlich mit 10% – 15% abgewählt und der FDP nachgesendet.
Boris Rhein als möglicher Nachfolger von Friedrich Merz
Kommt es dagegen alsbald zu einem ‚‚Aufstand der Aufrechten” in der CDU, bleibt die Frage offen, wer Merz denn nachfolgen soll. Hier wird nun meist Boris Rhein genannt, der die CDU wieder zurück zu alten Werten führen soll. Es ist aber eigentlich egal, wer es wird, denn selbst wenn es der beste aller jemals geborenen CDUler macht, ist die Partei zu sehr mit links-grünen Merkelianern in hohen Positionen durchsetzt, als dass sich irgendwas groß ändern würde. Man denke hier gerne an den SED-Genossen aus dem hohen Norden oder sein formloses Ministerpräsidenten-Teflon-Pendant tief im Westen der Republik.
Warum ein Führungswechsel allein die CDU nicht retten würde
Nichts wird sich ändern, wenn man der Hydra nur einen Kopf abhackt. Der CDU würde es dann sowieso an Glaubwürdigkeit mangeln. Man hat den Kurs halt zu lange mitgetragen. Und so würde die CDU langsam aber sicher ihrem Niederschlag entgegen taumeln.
Die höchste Eskalationsstufe wäre aber ein offener Machtkampf, bei dem die bürgerlich-konservativen CDUler mit der Basis im Rücken den Aufstand gegen jene Merkelianer versuchen. Dies dürfte aber erst passieren, wenn wirklich jeder in der CDU bemerkt hat, dass der K.O. bevorsteht. Diese Konfrontation würde aber zu einem Bruch in der CDU und einer Abspaltung führen.
CDU-Spaltung: Droht der Partei ein Bruch mit dem konservativen Lager?
Dies werden aber nicht die Merkelianer sein, die zu tief in den Parteistrukturen verankert sind und sich an ihre Posten und Pöstchen festklammern. Nein, die Abspaltung geht vom konservativ-bürgerlichen Lager aus. Und dann ist die Frage, was diese Leute dann tun. Gründung einer neuen Partei? Anschluss an eine andere Partei? Wie dem auch sei. Die CDU würde dadurch erheblich geschwächt werden und in jedem der genannten Szenarien dem sicheren K.O. entgegen schwanken. Langsam, aber sicher. Und egal, welches Szenario davon nacher eintritt (evtl. auch ein neues Szenario), es ist der finale Treffer, der den Koloss zu Boden schicken wird.
Der CDU-Niedergang kommt – aber in Zeitlupe
Und wie bereits erwähnt, dies geschieht nicht von jetzt auf gleich, sondern in einer langen Zeitspanne in Zeitlupe. Als Ali damals Foreman final traf, ging dieser nicht sofort zu Boden, sondern taumelte fast einen Halbkreis um Ali herum, bevor er schließlich auf die Bretter sank – eine schier unendlich dauernde Ewigkeit. Und genau wie damals Ali, werden wir nun bald daneben stehen, der CDU beim Taumeln zuschauen und nicht genau wissen, ob es das jetzt war oder ob man nochmal nachsetzen muss – bis der Riese doch zu Boden geht. Und selbst dann wird es sich zu unglaublich anfühlen, als dass es wahr zu sein scheint.
Sachsen-Anhalt als Point of no Return für die CDU
Seit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist dieser Moment aber unausweichlich vorprogrammiert.
Die CDU wird zu Boden gehen.
Einige Menschen haben dies sicher noch gar nicht bemerkt und für einige Menschen dauert es sicher auch viel zu lange, aber die CDU hat nun ihren ‚‚Point of no Return” überschritten. Sie hat nichts mehr anzubieten, ist intern zerstritten und macht in ihrer Spitze Politik für andere Parteien.
Wie geht es mit der CDU nach Sachsen-Anhalt weiter?
Es wird aber durchaus interessant werden, wie sich die einzelnen Spieler verhalten, wenn sie den Moment immer näher kommen sehen. Merz, die CSU, die Basis, die Bundesfraktion.
