70-Millionen-Machtzentrum der Süleymancı-Strukturen in Köln

In Köln-Müngersdorf wurde die neue Verbandszentrale des VIKZ eröffnet. Rund 70 Millionen Euro schwer und 16.000 Quadratmeter groß, mit Gebetsräumen, Verwaltung, Bildungsangeboten, Imam-Ausbildung sowie Wohn- und Gästeunterkünften. Ein gewaltiger Komplex für den weiteren Ausbau des Verbandes.

VIKZ und die Süleymancı-Gemeinschaft

Der VIKZ weist die Bezeichnung „Süleymancılar“ zurück. Gleichzeitig wird er seit Jahrzehnten mit der türkischen Süleymancı-Gemeinschaft in Verbindung gebracht.

Was bereits 2018 bekannt war

Bereits 2018 beschäftigte sich der NRW-Landtag mit dem Verband. Die offizielle Landtagsdrucksache 17/2832 dokumentiert unter anderem ein Gutachten, das VIKZ-Wohnheimprojekte als „streng scharia-orientiert und integrationshemmend“ bewertete. In der Drucksache werden zudem damalige Vorwürfe beziehungsweise Erkenntnisse mit antijüdischer Ausrichtung dokumentiert.

Zudem werden damalige Ermittlungen und Vorwürfe im Zusammenhang mit Finanz- und Wirtschaftskriminalität sowie organisierter Kriminalität, die Expansion des VIKZ, sein Immobilienvermögen und der damalige Verdacht einer rechtswidrigen Ausnutzung von Steuervorteilen beschrieben. Die damaligen Vorwürfe wurden vom VIKZ zurückgewiesen; die Landesregierung erklärte zudem, staatsschutzrelevante Erkenntnisse lägen nicht vor.

Politische Anerkennung und staatliche Förderung

Und trotzdem wurde der Verband über Jahre politisch und gesellschaftlich aufgewertet. Das Bundesfamilienministerium förderte gemeinsam mit der Otto Benecke Stiftung ein VIKZ-Jugendprojekt. 2023 nahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 50-jährigen VIKZ-Jubiläum teil und hielt die Festrede.

Förderung. Kooperation. Politische Anerkennung. Und jetzt 70 Millionen Euro für ein neues Machtzentrum.

Ermittlungen gegen führende Süleymancı-Vertreter in der Türkei

Währenddessen gehen türkische Behörden aktuell gegen führende Vertreter der Süleymancı-Gemeinschaft in der Türkei vor. 32 Personen, darunter Alihan Kuriş, wurden nach türkischen Angaben inhaftiert. Es geht unter anderem um den Verdacht organisierter Kriminalität und Wirtschaftsdelikte. Bei einer Durchsuchung im Umfeld seines Bruders wurden nach türkischen Medienberichten 200 Kilogramm Goldbarren sichergestellt.

Das sind Ermittlungen, keine Verurteilungen.

Die Fragen an die Bundesregierung

Aber die Frage an die Bundesregierung ist überfällig: Was weiß sie über die Strukturen, Geldflüsse und internationalen Verbindungen dieses Netzwerks und warum wurde es über Jahre politisch aufgewertet und teilweise sogar staatlich gefördert?

Denn 70 Millionen Euro sind nicht nur Beton.

Sie sind organisierter Einfluss.

Und genau darüber muss Deutschland endlich sprechen.

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