Brittany sucks
Ein neuer Bericht zur „Rape Gang Inquiry“ legt offen, was jahrzehntelang systematisch verschwiegen wurde:
organisierte sexuelle Gewalt gegen Mädchen – und ein Staat, der aus ideologischer Angst versagte.
Als Keir Starmer derzeit unter Rücktrittsdruck gerät, geht es in Großbritannien um mehr als nur eine weitere gescheiterte Regierung. Es geht um den Zustand eines Staates, der über Jahre hinweg bereit war, die schwächsten Mitglieder seiner Gesellschaft zu opfern, um eine Ideologie nicht zu gefährden. Die jüngste „Rape Gang Inquiry“ hat erneut dokumentiert, was lange als unbequeme Wahrheit galt: In mehreren britischen Städten haben Banden, überwiegend bestehend aus Männern pakistanischer Herkunft, über Jahrzehnte hinweg Tausende Mädchen systematisch missbraucht, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen – während Polizei, Sozialbehörden und Politik bewusst wegsahen.
Dies war kein Versagen im klassischen Sinne, sondern ein aktives, ideologisch motiviertes Versagen.
Die Realität der Verbrechen
In Rotherham, Rochdale, Telford und anderen Orten entwickelte sich über Jahre ein Muster organisierter sexueller Ausbeutung. Vulnerable Mädchen aus schwierigen sozialen Verhältnissen wurden gezielt ausgesucht, manipuliert, mit Drogen und Alkohol gefügig gemacht und von Gruppen misshandelt. Die Täter behandelten ihre Opfer nicht nur als sexuelle Objekte, sondern oft auch als Angehörige einer minderwertigen Gruppe – eine Haltung, die in rassistischen und religiösen Demütigungen Ausdruck fand.
Der neue Bericht der unabhängigen Kommission spricht von bis zu 250.000 betroffenen Mädchen seit den 1950er Jahren. Die Dimension ist damit noch größer als in den bereits bekannten Einzelfällen. Es handelte sich nicht um isolierte Übergriffe, sondern um ein wiederkehrendes, ethnisch und kulturell geprägtes Muster gruppenbezogener Kriminalität.
Die institutionelle Feigheit
Das Schwerwiegendere jedoch war nicht das Verbrechen allein. Es war die Reaktion des Staates. Über lange Zeit ignorierten oder bagatellisierten Behörden die Hinweise auf diese Banden. Polizisten erhielten Anweisungen, bestimmte Zusammenhänge nicht zu benennen. Sozialarbeiter wurden ermahnt, keine „rassistischen“ Schlüsse zu ziehen. Akten wurden nicht weiterverfolgt, Opfer wurden als unglaubwürdig oder „selbst schuld“ abgetan.
Der Grund dafür lag nicht in mangelnder Information. Er lag in einer politischen und institutionellen Kultur, in der die Angst vor dem Vorwurf des Rassismus größer war als die Pflicht zum Schutz von Kindern. Diese Feigheit wurde zur stillen Staatsräson. Wer die ethnische Dimension der Täter benannte, riskierte nicht nur berufliche Nachteile, sondern galt schnell als Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden.
Es ist diese Umkehrung der Prioritäten, die den britischen Fall so aufschlussreich macht: Ein liberaler Rechtsstaat war bereit, fundamentale Schutzpflichten gegenüber seinen schwächsten Bürgern auszusetzen, um ein ideologisches Narrativ nicht zu gefährden.
Die politische Verantwortung
Keir Starmer und Teile der Labour-Partei tragen hier eine besondere Verantwortung. Nicht nur, weil sie als Regierung heute mit den Folgen dieser jahrzehntelangen Verdrängung leben müssen. Sondern auch, weil sie in früheren Funktionen selbst Teil eines Systems waren, das diese Verbrechen lange nicht mit der gebotenen Konsequenz bekämpfte.
Die aktuelle Krise der britischen Regierung ist daher nicht nur eine Krise der Wirtschaft oder der Migration. Sie ist eine Krise der Glaubwürdigkeit eines Staates, der über lange Zeit bewiesen hat, dass er in bestimmten Fragen nicht mehr in der Lage oder willens ist, seine elementarsten Aufgaben zu erfüllen.
Wenn alte Feinde neue Gemeinsamkeiten finden
1. Interface Areas in Belfast (2026)
In den traditionellen Konfliktzonen Nord-Belfasts, wo normalerweise Loyalisten und Nationalisten durch Mauern und jahrzehntelange Feindschaft getrennt sind, kam es während der jüngsten Proteste gegen Asylunterkünfte zu ungewohnten Szenen. An einigen Straßensperren und Kundgebungen koordinierten oder tolerierten sich Menschen aus beiden Communities, um gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in ihren Wohnvierteln vorzugehen. Beobachter berichteten von Handschlägen und gemeinsamen Absprachen – ein Vorgang, der noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.
2. Gemeinsame Ablehnung der politischen Klasse
Mehrere lokale Aktivisten aus unionistischen wie aus nationalistischen Milieus äußerten öffentlich, dass die alten konfessionellen Konflikte zunehmend von einer neuen, übergreifenden Erfahrung überlagert werden: dem Gefühl, von der eigenen Regierung und den Behörden im Stich gelassen zu werden. Besonders die Themen Wohnungsknappheit, steigende Kriminalität und der Eindruck, dass kulturelle Veränderungen von oben durchgesetzt werden, führten dazu, dass Teile beider Communities begannen, nicht mehr primär gegeneinander, sondern gemeinsam gegen das politische Establishment zu argumentieren.
3. Symbolische Annäherung bei Demonstrationen
Bei einigen Anti-Migrations-Protesten in Belfast und Umgebung tauchten sowohl die britische Union Jack als auch die irische Tricolore auf – teilweise sogar nebeneinander oder in hybriden Symbolen. Dies wurde von Beteiligten selbst als Zeichen gedeutet, dass die alte, jahrhundertealte Spaltung zugunsten eines grundlegenderen Konflikts in den Hintergrund tritt: der Frage, wer in Zukunft noch das Sagen über die demografische und kulturelle Zukunft der Insel hat.
Was bleibt
Großbritannien hat mit den Grooming Gangs nicht nur ein Verbrechensproblem gehabt. Es hat ein Problem mit sich selbst gehabt: mit der Bereitschaft seiner Institutionen, Wahrheit der Ideologie unterzuordnen. Diese Bereitschaft hat einen hohen Preis gefordert – in zerstörten Leben, in zerstörtem Vertrauen und in einer tief gespaltenen Gesellschaft.
Wer heute über die Krise in Großbritannien spricht, sollte nicht nur über den aktuellen Premierminister sprechen. Er sollte auch über die tiefer liegende Frage sprechen, was es mit einem Staat macht, wenn er aus Angst vor falschen Worten aufhört, die richtigen zu sagen.