Blutgrätsche in der liberalen Nachspielzeit

Eigentlich war das Spiel um den FDP-Parteivorsitz schon entschieden. Henning Höne hatte zurückgezogen, Wolfgang Kubicki war der einzige Kandidat, der auch vorab durch die Presse schon zum Sieger erklärt wurde. Doch plötzlich kam kurz vor der Abstimmung noch eine weitere Kandidatin auf, warf ihren Hut in den Ring und grätschte von hinten dazwischen: Marie Agnes Strack-Zimmermann (MASZ).

Kubicki selber schien davon nichts zu wissen. Lediglich die Gefolgschaft von MASZ schien eingeweiht – und bestens vorbereitet. Es kam also zur Kampfkandidatur, die Kubicki dann auch gewann (ca. 60 zu 40 der Stimmen). Und gerade dieser Vorgang beschreibt den Zustand der FDP perfekt und keine Köpfe hätten diesen besser verkörpern können als Wolfgang Kubicki und MASZ – und gerade hier kommt zarte Hoffnung auf, dass die FDP vielleicht doch nicht tot ist. Doch schauen wir lieber im Detail auf die Gründe, die Hoffnung machen.

 

Das liberale Urgestein

Kubicki war nach der sozialistischen Ampelzeit eigentlich die natürliche Wahl für die FDP. Dennoch überließ er Dürr den Vorsitz. Wahrscheinlich wusste er, dass es taktisch besser war, erstmal abzuwarten, bis sich ein alter Ampelianer wie Dürr die Finger verbrannt hat. Aber eigentlich hat die FDP ja auch nur noch Kubicki. Nur er steht noch für die alte FDP, nur er verkörpert noch Freiheit und Marktwirtschaft in dieser einstmals freiheitlichen Partei, nur er ist deutschlandweit bekannt und zieht noch echte Liberale an. Und dies ist auch die Erwartung an Wolfgang Kubicki von der Allianz für Freiheit: Er muss seinen Stiefel konsequent durchziehen, mit der Ampelzeit und den Köpfen dieser Zeit aufräumen, um die FDP wieder echt freiheitlich machen.

Natürlich hat auch ein Kubicki den Makel, dass er während der Ampelzeit einer der führenden Köpfe der FDP war und gerne freiheitlich geblinkt, aber in Abstimmungen dann gerne sozialistisch abgebogen ist. Er hat quasi seine Überzeugung der Parteitaktik untergeordnet. So verwerflich dies auch ist, so sehr möchten wir Wolfgang Kubicki auch eine zweite Chance geben. Nun kann er zeigen, wie seine Überzeugungen und Positionen wirklich aussehen und wie sehr er bereit ist, diese zu vertreten. Allerdings muss man auch sagen, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, ein Wolfgang Kubicki noch lange keine liberale FDP. Dass Kubicki dies aber tatsächlich umsetzen und durchziehen könnte ist nun gar nicht mehr so abwegig, denn gerade der Schachzug von MASZ zur Kampfabstimmung öffnen dem nun Tür und Tor.

 

Der Lautsprecher in der falschen Partei

MASZ ist deutschlandweit mindestens ebenso bekannt, wie es ein Wolfgang Kubicki ist. Allerdings suchen echte Liberale bei ihr eher das Weite, als dass sie zur FDP zurückkehren. Und das wohl aus guten Gründen. Von zahlreichen Personen als „Kriegstreiberin“ bezichtigt, nutzt sie gerne die Dienste der Parteikollegen von „So Done“, um alles und jeden nach §188B StGB zu verklagen. Mal ganz abgesehen von den Sympathiewerten, die man hier eher negativ beeinträchtigt, ist dieses Verhalten vielleicht auch nicht so freiheitlich. Eben weil hier viele Leute keine Beleidigungen sehen, sondern nur ein Unterdrücken von unbequemen Meinungen. Meinungsfreiheit? Geschenkt! Aber gerade auch deshalb steht MASZ sinnbildlich für den Liberalala-Flügel der FDP, der in den letzten Jahren leider immer mehr tonangebend wurde.

Und wie man in der Ampel sehen konnte, sind diese Leute Gift für eine liberale Partei, stehen sie doch eigentlich eher den Grünen näher. Genau wie die Grünen, verhalten sich diese Leute nämlich wie verbiesterte Kleinkinder, denen man im Sandkasten das Schüppchen weggenommen hat. Wenn sie ihren Willen nicht kriegen, treten sie gerne nach und versuchen alles auch noch so Unsportliche, um doch noch ihren Kopf durchzusetzen. Für diese Leute ist ein Wolfgang Kubicki schon fast ein Thomas L. Kemmerich oder eine Katja Adler, welche noch 2025 von der damaligen Landesvorsitzenden der Julis Niedersachsen, Nadin Zaya, als „der rechte Rand der Gesellschaft“ bezeichnet wurden. Zaya ist nun übrigens Beisitzerin im Bundesvorstand – aber dies nur am Rande.

Bei den Liberalalas ist Kubicki also das liberale Schreckgespenst, welches es zu verhindern gilt. Und da ihm eigentlich schon der Parteivorsitz sicher war, musste man nun also die Blutgrätsche in Persona MASZ auspacken. So sehr wir ja normalerweise für freien Markt und Wettbewerb sind, so sehr muss man aber auch darauf eingehen, wie unfair von Seiten der Liberalalas und MASZ gespielt wurde, um doch noch zu gewinnen. Denn die Kandidatur wurde wirklich erst in letzter Sekunde bekannt gegeben und hatte einzig das Ziel, Wolfgang Kubicki keine Zeit zu geben, um sich auf den Kontrahenten vorzubereiten. MASZ konnte so die Wochen vor dem Parteitag nutzen, um sich intern unter dem Radar zu positionieren und Stimmen einzusammeln, während Kubicki dachte, nur noch locker die Zeit von der Uhr nehmen musste.

Dass MASZ die Blutgrätsche von hinten auf Kniehöhe schon lange geplant hatte zeigt letztendlich auch ihre Rede auf dem Parteitag. Wenn man ca. 38 Minuten lang eine Rede vom Zettel abliest, während Kubickis Rede nicht mal halb so lang war, fällt es der geneigten Zuhörerschaft irgendwie schwer zu glauben, dass die Idee zur Kampfkandidatur erst gestern Abend spontan bei der Tagesschau kam. Nein, dies war von langer Hand geplant und darauf ausgelegt, dem Mitbewerber keine Chance zu lassen und so dreckig zu spielen, wie es eben geht. Aber genau dieser Schachzug könnte sich noch als die Rettung der FDP entpuppen.

 

Aufräumen und Ausmisten – das Aufgabenheft des Wolfgang K.

Kubicki konnte durch diese Aktion nun direkt am eigenen Leib erfahren, wie die Liberalalas, also ca. 40% der Delegierten, mit ihrer „Frontrunnerin“ MASZ so ticken. Und MASZ trat unmittelbar nach der verlorenen Abstimmung auch nochmal nach: „Wolfgang weiß, dass es 60:40 steht“ gab sie direkt eine Drohung in der Welt zum Besten. Besser hätte man eine schlechte Verliererin nicht sein können. Doch das Schöne an der ganzen Aktion ist, dass Wolfgang Kubicki nun genau weiß, mit wem er es parteiintern zu tun hat und dass mit den Liberalalas eine Zusammenarbeit nicht möglich ist – jedenfalls nicht ohne ständig fürchten zu müssen, das Messer in den Rücken gerammt zu bekommen. Freund – Feind – Parteifreund!

Und deshalb wird Kubicki, und dies ist auch unsere Hoffnung und Erwartungshaltung, nun auf Konfrontationskurs mit den Ampelianern und Liberalalas gehen, ja gehen müssen. Vom Lagerkampf ist schon die Rede. Und dies ist gut so. Denn nur so kann die FDP wieder geheilt werden von ihren woke-grünen und linken Bazillen, die den lokalen CSD wichtiger finden, als jeden Wirtschaftsgipfel. Und nur so kann die FDP auch überleben, selbst wenn es zu einer Abspaltung kommen sollte. Daher ist es nun an Kubicki und seiner Gefolgschaft konsequent freiheitliche Politik voranzutreiben und bei internen Reibereien die Punkte bis zum Äußersten auszudiskutieren – bis die Liberalalas aufgeben und sich zurückziehen. Dies wäre schonmal ein starkes Zeichen nach außen. Auch wenn dann eine Rückkehr von alten liberalen FDP-Wählern erst zeitverzögert einsetzen wird. Denn der Lackmustest für einen Wolfgang Kubicki und seine FDP wird letztendlich auch nur die nüchterne politische Praxis bleiben.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wenn Kubicki dieses Vorhaben wirklich angehen möchte, so hat er unsere Unterstützung. Es ist an der Zeit, ja schon längst überfällig, bei der FDP auszumisten und aufzuräumen. Die sonst so moralinbesoffenen Liberalalas haben nun ihr wahres, boshaftes Gesicht gezeigt. Von MASZ hat man als neutraler Beobachter vielleicht nichts anderes erwartet, aber als Augenöffner für alle anderen und nicht zuletzt auch für Wolfgang Kubicki, war diese Aktion Gold wert. Da passt es schon, dass manche Leute sagen, MASZ trägt immer eine Verkleidung, nur zu Karneval legt diese Frau mal die Verkleidung ab (Anmerkung: MASZ trat im Februar 2023 beim Aachener Karneval (AKV) in einem auffälligen Vampirkostüm auf). Wir hoffen nun stark, dass die Blutgrätsche auf dem FDP-Parteitag zu einem grandiosen Eigentor der Liberalalas um MASZ wird und Wolfgang Kubicki dadurch verstanden hat, was zu tun ist und dies auch konsequent umsetzen wird.

 


 

von Bastian Hanauer 02-06-2026

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