Bürgerkriegs-Zustände in Frankreich: Eine neue 68er-Bewegung, oder das endgültige Ende Frankreichs?

Die entsetzlichen Bilder und Videos aus Frankreich haben in den vergangenen Tagen ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Randale, Plünderungen und die Zerstörung von teils jahrhundertealtem kulturellem Erbe – wie dem Rathaus von Limoges – setzten große Teile Frankreichs in bürgerkriegsähnliche Zustände.

Wer in die Geschichte zurückblickt, wird schnell fündig: Die Protestkultur Frankreichs war schon immer deutlich stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. So legten Demonstranten auch im Mai 1968 Frankreich und insbesondere Paris lahm – inklusive starker Zerstörungen und Barrikaden.

Wer sich die heutigen Proteste anschaut, mag Parallelen erkennen – dennoch zeigt sich die aktuelle Lage als noch weit dramatischer als damals.

 

Protest für ein besseres Leben – oder gegen die Nation?

Wir müssen klar unterscheiden: In Teilen finden aktuell in Frankreich Proteste aus einem klassischen linken Milieu bis in die bürgerliche Mitte statt, welche gegen hohe Lebenshaltungskosten und andere Problemfelder in Frankreich protestiert. Gegen dies ist keineswegs etwas einzuwenden – im Gegenteil, auch diese Form der Teilhabe gehört zu einer demokratischen Kultur fest dazu und sind hinsichtlich eines in vielen Aspekten immer weiter absteigenden Frankreichs sogar essenziell. Auf der anderen Seite stehen jedoch Horden an hemmungslosen Randalierern, Chaoten und Plünderern, welchen es keineswegs um einen Protest mit Sinn und Verstand geht. Diesen Leuten geht es um die Ablehnung des französischen Staates und der freien europäischen Lebensweise, die Unterstützung ausländischer Ideologien sowie maßgeblich auch um ein Gruppenzugehörigkeitsgefühl und einen Adrenalinkick, handelt es sich doch primär um junge Männer.

 

Wenn es Bildungsproteste wären, wären sie längst überfällig

Es zeigt sich also: Selbst wenn – wie viele Medien uns zu Beginn vermitteln wollten – es nur Bildungsproteste wären, wären diese längst überfällig. Frankreich hat sich eine Generation junger Leute herangezogen, welche in Parallelgesellschaften leben. Menschen, die das freie französische und europäische Leben aus tiefster Überzeugung ablehnen. Und eine derartige maßlose Eskalation kommt nicht von heute auf Morgen: Spätestens nach all den islamistisch motivierten Anschlägen in Frankreich oder der Ermordung von Samuel Paty hätten alle Alarmglocken läuten müssen.

 

Die politische Elite schwebt in anderen Sphären

Wer halbwegs mit offenen Augen durchs Leben geht, hat solche Zustände schon seit Jahren kommen sehen. Die politische Elite vieler Regierungen – der französischen, aber auch der deutschen Regierung – lebt bis heute jedoch „völlig losgelöst von der Erde“. Wer mit Privatjet oder gepanzertem Dienstwagen unterwegs ist, während die normale Bevölkerung Bus und Bahn nutzt, bekommt nichts von teils unmöglichen Zuständen im öffentlichen Verkehr mit. Wer nur zu Ehrungen der Top 1%-Zuwanderer eingeladen ist, während die breite Bevölkerung ihre Kinder auf staatliche Schulen schickt, bekommt nichts vom immer weiter sinkenden Bildungsniveau mit; und von Horror-Schulen wie in Ludwigshafen, in denen überhaupt kein regulärer Unterricht mehr möglich ist, ebenfalls nicht. Wer seit vielen Jahren im Bundestag sitzt und jeden Monat eine üppige Diät ganz sicher auf dem Konto vom Steuerzahler überwiesen bekommt, fühlt den Frust, Unmut und die Angst vieler Unternehmer und Beschäftigten nicht wirklich.

 

Moderate Linke kämpfen auf der falschen Seite

Zum Schluss möchte ich noch einen Appell an die moderate Linke Europas mitgeben. Wenn ihr euch für Umweltschutz, Gleichberechtigung und ein bezahlbares Leben einsetzt, habt ihr meinen größten Respekt. All diese Themen müssen ernst genommen werden und im Rahmen des demokratischen Diskurses bearbeitet werden. Doch bitte macht euch nochmal eines klar: Euer Feind sitzt nicht in der Chefetage eines mittelständischen Unternehmens. Euer Feind sind nicht die Menschen, die in der Einfamilienhaussiedlung wohnen und dort einen BMW in der Garage stehen haben.

Euer Feind sind die Leute, die eure – und auch unsere freie Lebensweise untergehen sehen wollen. Wenn ihr in einer autofreien, begrünten Stadt mit dem Fahrrad ein gemütliches Café besuchen möchtet, dann macht keine gemeinsame Sache mit den Leuten, die Cafés gewaltsam zerstören und damit eine lebenswerte Stadt zerstören – und die Existenzen vieler Kleinunternehmer zugleich.

Wir müssen das freie Europa gemeinsam gegenüber denjenigen verteidigen, die es brennen sehen wollen.

1 Kommentar zu „Bürgerkriegs-Zustände in Frankreich: Eine neue 68er-Bewegung, oder das endgültige Ende Frankreichs?“

  1. Chapeau an den Autor – ein auf den Punkt gebrachter Text! Europa wird an konsequenten Abschiebungen und Ausbürgerungen nicht vorbeikommen. Wir stehen vor einer Richtungsentscheidung: Wollen wir weiterhin unsere westlichen Freiheitswerte verteidigen oder weichen wir vor Kräften der Unfreiheit, Unterdrückung und (religiöser) Ideologien zurück? Wie Milei sagen würde: ¡Viva la libertad!

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