Ende Juni 2026 fiel der deutsche Hitzerekord. Die Schlagzeile hatte einen Schuldigen. Die Wetterkarte hatte fünf.
Über 41 Grad, so heiß war es in Deutschland noch nie gemessen worden. Noch bevor der Schweiß trocken war, stand das Urteil fest: Klimawandel. Fall gelöst, Täter geständig, obwohl ihn niemand verhört hat.
Dabei hat der Deutsche Wetterdienst selbst eine präzisere Erklärung geliefert: eine Omega-Wetterlage. Ein stabiles Hoch über Mitteleuropa, links und rechts von zwei Tiefs festgehalten wie von Türstehern. Absinkende Luft erwärmt sich, Wolken haben keine Chance, und an der Südflanke strömt Heißluft aus Nordafrika nach.
Dazu kamen ein schwacher Jetstream, der das Hoch nicht abräumte, überwarme Meere, die keine Kühlung mehr lieferten, ein beginnender El Niño und ausgetrocknete Böden, die nichts mehr verdunsten konnten. Fünf Faktoren, die sich verabredet hatten.
Und jetzt der Teil, den keines der beiden Lager gern hört: Ob die Erwärmung der Arktis solche Blockadelagen häufiger macht, ist in der Forschung umstritten. Es gibt Studien dafür und Studien dagegen.
Long story short
Der Klimawandel ist nicht der Täter, der die Omega-Lage bestellt hat. Blockaden gab es schon 2003. Er ist der Sockel, der das ganze Ensemble ein Stockwerk höher hebt. Aus 39 Grad werden 41.
Wer nur „Klimawandel!“ ruft, versteht die Hitze nicht. Wer nur „alles Wetter!“ ruft, auch nicht. Wie die fünf zusammenspielen, habe ich im Buch auseinandergenommen.

